Geteilte Erlebnisse

Die Geschichten, Fotos und Erlebnisse der Teilnehmer an der Achtsamkeits-Challenge.



Ich schaue aus dem Fenster. Es ist trüb und grau, leicht regnerisch. Vergangen ist des Himmels tiefes Blau. Vorbei die Pracht, das Gold der Farben. Ich fühle Melancholie in mir, jenes Gefühl, dass sich jeden Herbst einstellt, wenn die golden Tage sich mehr und mehr verabschieden und einer tristeren, kahlen Zeit den Weg frei machen. Die Blätter fallen. Es hat seine eigene Schönheit, die zu sehen vielleicht etwas herausfordernder ist.
blumenstrauß Es ist in Ordnung so. Auch das nehme ich an, denn alles hat seine Zeit. So wie ein Tag vergeht, vergeht ein Lebensabschnitt, vergeht das Jahr, des Jahres Blüte. Jede Quelle wird zum Fluss und fließt dem Meer zu, um den Kreislauf wieder zu schließen. So ist es auch mit meinen Gefühlen. Ich nehme sie in ihrer kleinen Traurigkeit an, wie sie sind und versuche, sie mit neuen, schönen Eindrücken zu versöhnen.

Alles hat seine Zeit! Da gehen mir Worte von Hermann Hesses ‚Stufen‘ durch den Sinn: "... wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen bleiben ... Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben ...". Das was ich nun fühle, weckt in mir den Wunsch nach Behaglichkeit, Besinnlichkeit. Es ist der Beginn einer Zeit der leiseren Töne, als möchte das Jahr uns zeigen, dass es angebracht ist ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ich freue mich auf das Flackern des Feuers im Kaminofen, auf das Licht der Kerze, die Wärme der Tasse Tee in meinen beiden Händen. Ich ziehe meine Beine auf dem Sessel an und nehme das Buch zur Hand, das ich lesen möchte. Nach so unendlich langer Zeit, habe ich die Ruhe dazu endlich wiedergefunden. Für einen Moment schließe ich zufrieden meine Augen. Alles ist gut, so wie es ist. Auch meine Melancholie, meine kleine Traurigkeit, die Stimmung von Vergänglichkeit. Ja, alles hat seine Zeit! Es liegt in meiner Hand, etwas Schönes daraus zu machen. Denn "jedem Abschied wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."

Bücher

Elke J. (4.10.2015)

 

Hirsch"Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen."

(Eduard Mörike)

Der Schleier ist gefallen! Da gibt es wieder einen Ort tief in mir, an dem ich Kraft tanken kann. Der Zugang war lange verschüttet. Ich spüre, dass ich in jener früheren Stille angekommen bin, spüre wieder Zugang zu meinen ganz persönlichen Werten und Stärken. Sie ist endlich wieder da, die große innere Ruhe, die mich weich und harmonisch in mir selbst fühlen lässt. Zeitlos - ohne rastlos, getrieben zu sein. So sitze ich in der Sonne und freue mich über die letzten wärmenden Strahlen, aber auch darüber, dass neue Energie in mir gewachsen ist. Ich genieße entspannt das Nichtstun, lasse es einfach zu und atme in tiefen Zügen die lang entbehrte Stille. - Danke!
Elke J. (2.10.2015)

 

Eine unvergessene Romanze

Romanze

Es ist schon sehr spät am Abend und eigentlich wollte ich dieses Mal mit meiner Geschichte aussetzen. Doch als ich mir die Challenge des Tages noch einmal durchgelesen habe, fiel mir dazu doch noch etwas Schönes ein. Es hieß in etwa: "Das Hier und Jetzt bietet in jedem Augenblick etwas Besonderes an, das man ergreifen, erhaschen kann und das in seiner Flüchtigkeit einen tiefen Eindruck hinterlässt." Vor einiger Zeit gab es einen solch besonderen Augenblick in der Natur. Hätte ich ihn an jenem Abend nicht ergriffen, so wäre ich um einen wundervollen und wohl einmaligen Eindruck ärmer.
Auf den mächtigen Balken vom Dachfirst des Nachbarhauses hat sich schon seit langer Zeit ein Waldkäuzchen eingenistet. Von September bis November sowie im zeitigen Frühjahr ist der Ruf des Männchens weithin hörbar. Als sehr naturverbundener Mensch bin ich damit vertraut, kann zwischen den Rufen unterscheiden und sie recht gut imitieren. An jenem Abend also ging ich in der Dunkelheit zu unserer Garage und hörte ihn vom Haus auf der anderen Straßenseite her. Weil ich diesen Ruf so liebe und er eine stille Sehnsucht in mir weckt, konnte ich es mir nicht verkneifen, ihm zu antworten. Eigentlich nur so - halt aus Freude, ein, zwei Mal. - "Hu-Huhuhu-Huuu!" - Doch damit begann eine recht eindrucksvolle Romanze zwischen uns, die mir tatsächlich bis heute unvergessen bleibt. Mein Herz schlug schneller und es war mir auch ziemlich egal, ob mich jemand bei diesem Flirt auf offener Straße ertappen könnte. Der kleine Kauz antwortete - nicht einmal, nicht zweimal - es ging immer wieder hin und her, bis er sogar näher kam. Er wechselte die Straßenseite zu einem großen Baum neben der Garage und forderte mich geradezu heraus. Also noch einmal: "Hu-Huhuhu-Huuu!", und jetzt ist Schluss, schade - irgendwann musste ich ja auch wieder ins Haus zurück. Also, mach's gut mein Freund!

Meine abendlichen Erledigungen führten mich jedoch bald auch hinter das Haus, wo sich die Terrasse und das Grundstück mit großen, alten Bäumen befinden. Noch immer rief er vom gleichen Baum her. Na schön, dachte ich, dann antworte ich nun mal nur mit dem Ruf des Weibchens und versteckte mich in einer dunklen Nische am Haus. Mal sehen, was passiert. Ob er sich darauf einlässt oder das Spiel durchschaut? Nun wurde es richtig interessant! Der Kleine ließ einfach nicht mehr locker! Er kam nach mehrfachem "Hu-Huhuhu-Huuu" und meiner zart gehauchten Antwort eines Weibchens schließlich näher, von Baum zu Baum, bis er ganz dicht am Haus war, fast bei mir. Und wir verbrachten so eine recht lange und intensive Zeit miteinander. Es war aufregend und so ganz besonders! Einem Tier des Waldes durch seine eigenen Laute so nahe zu kommen, hat mich sehr berührt. Ok, dachte ich, bevor er mir jetzt einen Antrag macht, werde ich mich doch leise verabschieden. Ich lasse ihm wenigstens die Illusion einer großen Romanze, schließlich bin ich ja vergeben und habe Familie! Auch andere Käuze haben schöne Töchter! Zudem muss er, liebestrunken wie er wohl war, den Schlaf anderer Baumbewohner gestört haben, denn auf einmal flog jäh eine offenbar sehr verärgerte Krähe aus dem Schwarz der nächtlichen Äste auf und verjagte den armen Kerl, der erschrocken die Flucht antrat, zu einer anderen Fichtengruppe hin. Es tat mir leid für ihn. Die Erinnerung an dieses wunderbare, flüchtige Erlebnis hat tatsächlich einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Ja, es ist eine kleine Liebe daraus geworden und so oft ich ihn draußen in der Dunkelheit der Nacht rufen höre, zaubert er mir ein dankbares, stilles Lächeln ins Herz. Es war eine Begegnung, die man nicht alle Tage erfährt. In dieser Minute höre ich ihn draußen wieder, mit einem kecken "Kuwitt, Kuwitt!". Welch ein Zufall! Freude durchflutet mich und verstärkt meine ohnehin tiefe Verbundenheit mit der Natur noch mehr. Was für ein berührendes Erlebnis im Eins-sein mit der Natur, dem Lebensraum, der mir zutiefst zu eigen ist. Ich bin wahrhaft dankbar für dieses schöne Erlebnis! Ja, mein "kleiner" Freund, er ist noch da. Ob er noch immer auf der Suche ist? Oder mich einfach nicht vergessen kann? Wer weiß! :-)
Elke J. (1.10.2015)

 

abendhimmel
Ich melde mich noch einmal mit einem achtsamen Moment...
wunderschön.
Inge R. (30.9.2015)

 

Aus der Zeit gefallen
Zum ersten Mal seit langem ist es mir gelungen, spontan etwas für mich selbst zu tun. Für eine halbe Stunde bin ich aus der Zeit gefallen. Im Zuge vieler Erledigungen entschloss ich mich kurzerhand einen Abstecher zu einem wunderschönen Ort in einem Landschaftsschutzgebiet zu machen, das ganz in der Nähe lag. Dort ist es absolut still. Ich spazierte einen Weg entlang, der auf der einen Seite von den baldachinartigen Ästen alter Eichen schützend überwachsen war und zu einer weiten, offenen Landschaft am Rande des Waldes führte, vorbei an der „goldenen Quelle“. So erschien sie mir, denn der Ablauf des entspringenden Wassers war mit den goldbraunen Blättern einer Kastanie bedeckt. Im Licht der Sonne wirkte es auf mich, als würde aus der Quelle pures Gold fließen.

Goldene Quelle

Der Wind blies herb und stürmisch und ich genoss die ungestüme Wildheit, atmete die klare Luft. Ich fühlte mich frei, so unendlich frei und gelöst. Ich hatte das Gefühl, dieser Weg führt mich in eine andere, zeitlose Welt und am liebsten wäre ich über den Rand des Horizonts hinaus gelaufen, ohne jemals wieder still zu stehen. Es war, als wäre ich eins mit all dem Schönen in der Natur, mit dem was ich sah, atmete, empfand. Mit jedem Atemzug spürte ich, dass ich entspannte, meine inneren und äußeren Verkrampfungen sich lockerten. Es ließ mich für einen Moment die Augen schließen und ich wollte diesen Moment so gerne festhalten, darin bleiben, zeitlos. Alles was mir wertvoll und bedeutsam ist, zog an meinem inneren Auge vorbei. Ich spürte den frischen Wind, die Wärme der Sonne, hörte das starke Rauschen in den Bäumen. Ich tankte ganz tief in mir Kraft, Mut, Entschlossenheit - Zuversicht. Viel gelöster als zuvor öffnete ich meine Augen wieder. Ich war sehr zufrieden, eigentlich glücklich. Es ist noch nicht lange her, da war ich nicht mehr, als der tagein, tagaus funktionierende Roboter, bei dem Gefühle keinen Platz mehr hatten. Ja! Gefühle, und mögen sie noch so klein sein, sind eine Erfüllung. Sie sind wahrhaftig ein besonderes Geschenk! Doch leider weiß man das erst, wenn man sie längst verloren geglaubt hat. Auf der Heimfahrt hatte ich das Empfinden, etwas sehr, sehr Wertvolles wiedergefunden zu haben. Und ich war glücklich, denn es war mir gelungen, einfach mal für kurze Zeit auszusteigen. Nicht nur aus der Wagentür ...

Landschaft
Elke J. (30.9.2015)

 

Flügel, die mich tragen
Die ganze Nacht über habe ich am Bett meines Sohnes gewacht. Er ist krank, so krank, dass ich da sein und handeln musste. An Schlaf war wieder einmal nicht zu denken. WIEDER Krankheit, WIEDER neue Sorgen, IMMER WIEDER diese Ängste ... Doch da gibt es gerade das Geräusch einer alten Schelllackplatte in meinem Kopf, über die eine Abspielnadel krächzend hinweg rutscht. - STOPP! - Da ist doch noch mehr!

Bin ich nicht tief in der Nacht kurz hinausgegangen und habe den Vollmond betrachtet, als er wegen der Mondfinsternis rot leuchtete und habe ich nicht einen Teil der Milchstraße deutlich gesehen? – War das nicht wunderschön!? Es war ein berührender Moment, der zu „meinem“ Augenblick wurde. Als ich nach sehr kurzem Schlaf dann am Morgen aufgestanden bin, hörte ich da nicht den Gesang eines Vogels? Laut, klar und melodisch? Als ich zum Fenster schaute, saß dieser wunderschöne kleine Kleiber dort am Fensterbrett, mit seiner apricotfarbenen Brust und dem graublauen Gefieder.

Grünspecht

Wunderbar! Bald darauf flog eine Formation von Enten schnatternd vorbei, dem Bachlauf folgend, der sich dort hinter dem Garten entlang windet. Da war auch noch der seltene Grünspecht, der an der kanadischen Tanne saß, das Eichhörnchen, das emsig damit beschäftigt schien, seine Haselnüsse zu verstecken und mit akrobatischen Sprüngen seinen Weg suchte. Und nicht zuletzt der Admiral-Falter, der sich im alten Efeu an der Zeder sonnte. Es mutete mich an wie ein Geschenk, eine Entschädigung für die Mühen, Sorgen und Ängste der Nacht.

Admiralfalter

Tag für Tag finden sich schöne Momente, die mich versöhnen, ja es sind tatsächlich "meine" ganz persönlichen Augenblicke. Und auch wenn es nicht immer gelingt, die Kamera schnell genug zu fokussieren, um etwas bildlich festzuhalten, so bleibt mir doch, mein eigenes Sehvermögen richtig einzustellen. Tag für Tag gelingt es ein wenig besser meine Sichtweise, wie den Fokus einer Kamera, auf die schönen und positiven Dinge zu richten. Das Schwere, Belastende ist noch immer da. Aber es ist in den Hintergrund gerückt, "unscharf" geworden. Vorne, im Fokus meines Denkens, stehen "meine", mich mit den Beschwernissen und Sorgen versöhnenden, schönen Augenblicke. - Sie sind Flügel, die mich tragen.

Verträumt
Elke J. (29.9.2015)

 

"Oh, Junge, Junge, was koch ich bloß Morgen!?" - Wie oft geht mir dieser Spruch durch den Sinn und das meist recht genervt. So habe ich mir am heutigen Tag vorgenommen, dieser Alltagshandlung mit besonderer Achtsamkeit zu begegnen. Eigentlich begann es schon beim Einkauf. Die Achtsamkeits-Challenge beginnt, sich wie ein roter Faden durch meinen Tag zu ziehen, sie scheint mich zu begleiten und lächelnd dulde ich sie gerne an meiner Seite. Mir fiel die schöne Musik im Einkaufszentrum auf, die ich sonst nie hörte. Obst und Gemüse erschienen mir bunter, vielfältiger. Und über allem lag eine gewisse, lang vermisste innere Ruhe - mehr Gelassenheit.

Kochen

So auch jetzt: Ich koche bewusst, zelebriere die Vorbereitungen, ganz ohne Hektik. Wenigstens an diesem einen Tag. Ich schaffe bewusst eine schöne Umgebung und Atmosphäre. Bei entspannender Musik schenke ich mir ein Glas Portwein ein, das ich während der Arbeit langsam genieße. Es inspiriert mich und nicht zum ersten Mal kreiere ich so beim Kochen völlig Neues. Ich genieße Genuss! Gewürze wie Wacholder, Nelke, Lorbeer und Salbei sowie frische Kräuter an sich sind ein Feuerwerk der Sinne. Ich atme die Düfte, genieße die Farben. Es ist nicht alles nur trist und fade, es ist bunt, voller sprühender Lebensfreude. Dazu die herrliche Musik. Das Abschmecken, Probieren, Verfeinern empfinde ich, wie eine kleine Geschmackssymphonie. Ich - der Komponist, der Dirigent. Ich komponiere das Essen, meinen Tisch und freue mich auf all die, die mit Appetit auf das gemeinsame Essen warten. Das Schmoren des Bratens weckt Behaglichkeit in mir. Ich forme die Klöße mit Freude, weil ich daran denke, wie gerne mein Kind sie nachher essen wird. Die süße Nachspeise, ein schön gedeckter Tisch, die herbstliche Dekoration - eigentlich liegt es doch stündlich in meiner Hand, dem Tag etwas Besonderes zu verleihen, etwas, woran man sich in vielen Jahren noch gerne erinnern wird. Und im Geben liegt bekanntlich mehr Glück, als im Nehmen. - Ja! Stimmt! Ich habe es an den vollgestopften Bäckchen und den strahlenden Augen meines Sohnes gesehen. Aber auch an der Freude und Zufriedenheit in meinem eigenen Herzen.

Kochen
Elke J. (28.9.2015)

 

Bienen an Blüten

Kleine, perfekte Momente
Wir haben einen Septembertag wie aus dem Bilderbuch. Tiefblauen Himmel, Sonnenschein und Windböen, die die Blätter in den Bäumen kräftig rauschen lassen. Es ist der Spätsommer an sich, der mich tief im Herzen berührt. Altweibersommer. Spinnfäden, die durch die Luft schweben. Spinnennetze im Gegenlicht, Astern, Dahlien. Die letzten Sonnenblumen, die noch einmal alle Kraft der vergehenden Wärme und die Intensität eines ganzen Sommers in sich gespeichert zu haben scheinen und den Abschied des Jahres langsam einläuten. Bewusst genieße ich diese Eindrücke, schneide mir einen letzten Strauß. Es gibt mir innere Ruhe, so als würden Kraft und Wärme in mich überströmen. Es ist wie ein Auftanken, als atme die Seele tief ein … und es bleiben Ruhe und Frieden im Herzen. Dabei bot sich ein weiterer dieser vielen kleinen, perfekten Momente. Farben, Licht und Stimmung waren wieder einmal faszinierend. Und auf einer dieser Sonnenblumen entdeckten wir diesen kleinen Wegbegleiter – einen Marienkäfer, der ebenso wie wir die wärmende Sonne zu genießen schien. Unsere Natur – ein einzigartiger, bunter Blumenstrauß voller perfekter, kleiner Schönheiten! Sie warten darauf, von uns entdeckt zu werden. - Welch großes Geschenk, für wen und wo auch immer auf dieser Welt!

Honigbiene
Elke J. (27.9.2015)

 

Kräuter
Der Duft von frischen Kräutern.
Achtsam genießen, herrlich.
Inge R. (26.9.2015)

 

Bienen an lüten

Der Tag - ein Glas, das wir mit schönen Momenten füllen können. Das Glück - die Aneinanderreihung solch schöner Augenblicke. Und ja, es ist wahr, meist bemerken wir sie nicht, obwohl sie da sind. Die Sonne ringt sich mühsam durch den Hochnebel. Ein Baum steht in meinem Garten, an dem sich sehr alter Efeu hochrankt. Er blüht. Ein schwerer, honigsüßer Duft verbreitet sich.

Honigbiene

Und an den vielen Blüten, tummeln sich hunderte von Bienen. Das mutet an wie ein übergroßer Bienenstock. Es ist recht windig, und dennoch lassen sich diese kleinen Wesen nicht beirren, fliegen wieder und wieder die Blüten an, um ihre Aufgabe zu erfüllen, oft mit schweren Pollentaschen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu.

Biene sammelt Nektar

Ich tauche für kurze Zeit ab, vergesse all diese, den Tag beschwerenden Lasten für einen Moment, für einige Augenblicke, bin fasziniert von dieser anderen Welt, gleich Seite an Seite neben meiner eigenen. Ich lächle, empfinde Freude, habe ein wenig aufgetankt für die Dinge, die auch ich heute zu erledigen habe, vielleicht ein bisschen emsiger als zuvor, und freue mich gleichzeitig auf all das, was mir an diesem Tag, an sonst meist Unbemerktem, wohl noch begegnen wird. Und irgendwie bin ich sicher: Es wird noch Vieles sein! Ich werde mich bemühen, hinzuschauen. So wie jetzt!
Elke J. (26.9.2015)

 

Sonnenstraße
Das Leben ist voller schöner Momente
und wenn man darauf achtet, werden es immer mehr...
Inge R. (25.9.2015)

 

Himmel

anemoneDie zu erledigenden Arbeiten geben nichts her. Meine gesundheitliche Verfassung ebenso wenig. Und dennoch ist es ein goldener Herbsttag. Ich schaue aus dem Fenster. Die ersten Blätter der Birke haben sich gelb verfärbt und schweben, von einem sanften Hauch getragen, zur Wiese im Garten hinunter. Die Sonne verwandelt die vorbei ziehenden Reste der Regenwolken in ein dunkelgrau-violett. Ein wundervoll kontrastreiches Farbenspiel vor tiefem Blau, Gelb und Grün, umspielt vom goldenen Licht der Sonne. Auf dem Tisch steht ein Blumenstrauß mit zarten, lilafarbenen Herbstanemonen, als wären sie aus Porzellan und purpurfarbener Fetthenne. So versöhnt mich dieser Tag durch die Intensität seiner prachtvollen Farben, mit der Vergänglichkeit der warmen, hellen Sommertage und dem traurigen Grau in meiner Seele. Und ich spüre: Das Leben ist schön!
Elke J. (25.9.2015)

 

endloser weg
Der achtsame Moment das Tages war dieser endlose Weg....
ich hätte endlos weiter gehen können...
Inge R. (24.9.2015)

 

Regenbogen
Dieser tolle Ausblick ließ mich eine Weile still-stehen.
Der Regenbogen ein Geschenk.
Wundervoll
Inge R. (23.9.2015)

 

der Moment
Dieser Moment.
Inge R. (22.9.2015)

 

Spinnennetz
Ohne Worte. Alltäglich. WUNDERbar.
Konstanze Quirmbach (11.9.2015)

 

Federn am WegrandWährend des Morgenspaziergangs mit meinem Hund habe ich zwei Federn gefunden. Bei der einen fiel mir das leuchtende Gelb ins Auge und hat mich angezogen. Bei der anderen war es das tiefe Schwarz, das mich reizte, die Feder aufzuheben. Zwei so gegensätzliche Federn innerhalb weniger Minuten zu finden, hat mich gefreut und inspiriert. Ich fand es bemerkenswert, wie diese einzigartigen Federn am Rand der Straße im Gras lagen, wo sie leicht zu übersehen gewesen wären. Die Leichtigkeit der Federn, ihre Zartheit und die Farben haben mich mit einem angenehmen Gefühl erfüllt, einer gleichzeitigen Mischung aus Bewunderung, Dankbarkeit und stiller Freude.
Konstanze Quirmbach (3.9.2015)

 

Heute morgen war ich im Meer schwimmen und habe das zu meiner Challenge gemacht: das erste Eintauchen ins kalte Wasser, Wellen, die mich tragen, der salzige Geschmack des Wassers, der Wechsel der Wassertemperatur, Sonnenreflexionen auf der Wasseroberfläche. All das hat in mir die unterschiedlichsten Gefühle ausgelöst - Ruhe, Freude, Stolz, Kraft und vor allem: Dankbarkeit.
Uli Fetz (3.9.2015)

 

Federn am WegrandHeute morgen hat mich der Sonnenaufgang fast umgehauen. Der war keine Kleinigkeit, nicht etwas, das man leicht hätte übersehen können, nein! Es war ein ganz offensichtliches Naturspektakel und ich habe mir mit Ehrfurcht, Freude und Hingabe angesehen, wie sich die rote Farbe ausbreitete, die Kugel am Horizont halb hinter Wolken ihren Weg gefunden und dabei Himmel und Meer eingefärbt hat ... Ein Traum. Und ein sehr achtsamer, erfüllender Moment, der meinem Tag ganz viel Leben gegeben hat. Begleitet von diesem Gefühl, das nur solche Schönheit auslösen kann, gehe ich jetzt inspiriert und glücklich in meinen Tag.
Konstanze Quirmbach (2.9.2015)

 

Federn am Wegrand
Ganz spontan habe ich heute früh das Duschen bewusst zu "meinem" Challenge-Augenblick gemacht. Ich habe mir die Regendusche eingestellt und dann das Herabrieseln der Tropfen genossen, die Berührung, die Temperatur des Wassers und seine Weichheit. Eine Wohltat und Erholung!
Konstanze Quirmbach (1.9.2015)

 

Federn am Wegrand
Mein Challenge-Augenblick war heute der Sonnenaufgang. Ich habe die Farben am Horizont auf mich wirken lassen, die wechselnden Farben der Wolken und die ersten Strahlen der Sonne. In diesen Eindrücken bin ich für ein paar Minuten „versunken“ - ein perfekter Start in einen wunderbaren Tag!
Uli Fetz (1.9.2015)